Rezept: Genussmanns Feuerzangenbowle

Selbstgemachte Feuerzangenbowle

Was kann es Schöneres geben, als an Weihnachten Traditionen hochleben zu lassen? Eigentlich nichts! In meiner Familie gibt es schon seit vielen Jahren eine ganz besondere Tradition – die Feuerzangenbowle. Das Rezept wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Mein Großvater brachte es meinem Onkel bei, dieser dann mir und mittlerweile gebe bereits ich es weiter. 

Es sei an dieser Stelle gesagt, dass jeder das Rezept etwas verfeinert und so jeder Braumeister seine eigene Rezeptur entwickelt hat. Ich möchte euch Genussmanns Feuerzangenbowle näher bringen und euch in an einer meiner liebsten Familientraditionen teilhaben lassen.

Was du brauchst?

Kochgeschirr

  • Ein großer Topf (Fassungsvermögen mind. 7 bis 9 Liter)
  • Eine Teekanne (Fassungsvermögen mind. 1 Liter)
  • Evtl. Wasserkocher
  • Eine Reibe
  • Ein Schöpflöffel
  • Ein Handsieb (oder ähnliches zum Abseihen)
  • Eine Feuerzange
  • Stab-Feuerzeug (oder Streichhölzer)
  • Ein Trichter (falls die Feuerzangenbowle abgefüllt werden soll)

Zutaten

  • Tee für 1 Liter Wasser (ca. 5 Beutel), ich empfehle Darjeerling
  • 1 unbehandelte Orange (z.B. Bio)
  • 1 unbehandelte Zitrone (z.B. Bio)
  • 8 Orangen (inklusive der unbehandelten)
  • 3 Zitronen (inklusive der unbehandelten)
  • 3 Zimtstangen
  • ca. eine halbe Lage Würfelzucker
  • 1 Zuckerhut
  • Arrak (alternativ Rum mit mindestens 40 Prozent) – hier findest du meinen Favoriten
  • 3 Flaschen Rotwein (Sorte nach Gusto)
  • 3 Flaschen Weißwein (Sorte nach Gusto)

So geht Genussmanns Feuerzangenbowle

  1. Zunächst den Tee aufsetzen und kochen
  2. In den großen Topf die Schalen der unbehandelten Orange und Zitrone reiben
  3. Orangen und Zitronen auspressen
  4. Zimtstangen und fertig gezogenen Tee zum Schalenabrieb in den Topf geben
  5. Herd einschalten, Zitronen- und Orangensaft in den Topf geben und alles einmal aufkochen lassen
  6. Nach dem Aufkochen gemischt Rot- und Weißwein hinzugeben. Sollten nicht alle 6 Flaschen hineinpassen, so verwendet mehr Rot- als Weißwein (deshalb geben wir ihn gemischt hinzu)
  7. Nun darf die Feuerzangenbowle nur noch leicht köcheln, aber nicht mehr kochen
  8. Zuckerwürfel hinzugeben und gelegentlich umrühren (beim Abschmecken bedenken, dass später noch der Zuckerhut hinzukommt, es darf also noch ruhig etwas bitter oder sauer schmecken)
  9. Es bilden sich nun schaumige Rückstände an der Oberfläche (Schalenabrieb und Zucker), diese dürft ihr nach und nach mit dem Handsieb abseihen und wegwerfen.
  10. Wenn die Oberfläche fast klar ist, kommen wir zur Vollendung der Tradition und zum namensgebenen Teil des weihnachtlichen Heißgetränks.

Vorsicht: Ab hier kann es gefährlich werden, da wir mit Feuer und Alkohol spielen!

Das Feuer in der Feuerzangenbowle

Nun geben wir den Top auf einen Untersetzer an einen Platz, in dessen Nähe und vor allem über dem sich nichts brennbares oder schnell entflammbares befindet. Zur Sicherheit halten wir einen Feuerlöscher, etc. in der Nähe bereit. Wir legen die Feuerzange über den Top (es ist also darauf zu achten, dass die Breite des Topfes zur Größe der Feuerzange passt). Normalerweise würde man nun den Zuckerhut auf die Feuerzange stellen und direkt anfangen ihn abzubrennen. Mein Tipp an dieser Stelle ist es jedoch, den Zuckerhut zuvor in einem kleinen Gefäß mit etwas Arrak zu tränken. Insgesamt werdet ihr so etwas weniger Schnaps benötigen weil der Zuckerhut besser brennt. Dabei müsst ihr aber darauf achten, dass ihr den Zuckerhut nicht zu stark tränkt, da er sonst zerfällt, bevor er auf der Feuerzange landet.

Steht der Zuckerhut nun auf der Feuerzange, so löscht ihr am besten das Licht im Raum. Ich stelle mir lediglich eine kleine Kerze auf, um noch etwas Licht zu haben. Dann gießt ihr etwas Arrak in den Schöpflöffel (er darf nicht aus Plastik sein, da er gleich brennen wird). Nun zünden wir den Zuckerhut an und bringen ihn zum Brennen. Sollte es nicht direkt klappen, dann müsst ihr lediglich noch etwas Arrak mit dem Schöpflöffel darüber gießen, bis es klappt.

Brennt der Zuckerhut, kommt nun die Königsdisziplin. Er darf nicht mehr aufhören zu brennen. Dazu müsst ihr immer wieder Arrak mit dem Schöpfer über den noch brennenden Zuckerhut geben. Seid dabei unbedingt vorsichtig, hier ist schon so manche kleine Stichflamme entstanden!

Ist der Zuckerhut vollständig abgebrannt (es werden karamellisierte Rückstände auf der Feuerzange zurückbleiben), könnt ihr das Licht wieder anmachen. Nun wird noch der Restliche Zucker des Zuckerhuts von der Feuerzange in den Topf gespült und final abgeschmeckt. Dann werden die Zimtstangen herausgenommen und Genussmanns Feuerzangenbowle ist genussfertig und kann serviert werden.

https://youtu.be/H4btE5Yt9Ws?enablejsapi=1

Kleiner Tipp am Rande: Wenn du mehr als ein Viertel des Arraks benötigst, dann solltest du langsam aufhören so viel neben den Zuckerhut zu kippen, denn sonst wird die Feuerzangenbowle etwas stark.

Für mehr tolle Rezepte kannst du einfach meine Genussmann-Rezepte durchsuchen.